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Till the End of the Moon - Verdorbenes Herz

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Meine Eindrücke zu Till the End of the Moon - Verdorbenes Herz von Teng Luo Wei Zhi:

Buchige Fakten:

Titel: Till the End of the Moon - Verdorbenes Herz (Band 1)

Geschrieben von: Teng Luo Wei Zhi

Originalsprache: Chinesisch

Übersetzt von: Luise Renner

Erschienen im: Bramble Verlag

Erscheinungsdatum: 01.10.2025

Seitenzahl: 528

Handlung:

Li Susu muss mit ansehen, wie der Dämonengott Tantai Jin alle, die sie liebt und beschützen möchte, unbarmherzig auslöscht. Ihre Welt wird vom Bösen beherrscht und es gibt nur einen einzigen Weg, den unbesiegbaren Gott zu vernichten - Li Susu muss in die Vergangenheit reisen und sein Erwachen verhindern.

Im Körper der Generalstochter Ye Xiwu erwacht die vormals Unsterbliche 500 Jahre in der Vergangenheit und muss mit Entsetzen feststellen, dass sie Tantai Jin nicht erst zu suchen braucht, denn sie ist seine Ehefrau.

Obwohl sie ihn mit jeder Faser ihres Seins hasst, kann sie ihn nicht einfach töten - er würde sich nur von einem schwachen Menschen in den Dämonengott verwandeln.


Tantai Jin wird auf Grund seines Standes als Geiselprinz von allen die ihn umgeben misshandelt - auch seine Ehefrau wider Willen Ye Xiwu quält ihn täglich. Scheinbar ohne jegliche Menschlichkeit geboren, lässt er all diese Misshandlungen über sich ergehen.

Für die gerechtigkeitsliebende Li Susu wird die Situation zur Zerreißprobe, denn einerseits hasst sie den zukünftigen Dämonengott abgrundtief, doch steht vor ihr ein unschuldiger Mensch.

Aber was ist der Auslöser, der aus dem kalten und emotionslosen Prinzen eines der grausamsten Wesen aller Reiche macht?

Schreibstil:

Ich war überrascht, hier nicht die exzessive blumige und poetische Schreibweise zu sehen, wie ich sie sonst von chinesischer Literatur gewohnt war. Die Perspektivwechsel waren für mich immer nachvollziehbar und angenehm zu lesen. Natürlich fand ich Tantai Jins absolute Gefühlskälte und die daraus resultierenden ungewöhnlichen Gedankengänge, am interessantesten. Der Kontrast zwischen den Moralvorstellungen von Li Susu und Tantai Jin war regelrecht körperlich spürbar.

Charaktere:

Li Susu ist der Inbegriff der Reinheit und Unschuld. Sie hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und als Unsterbliche, die sich auf dem Weg zu einer Gottheit befindet, einen starken moralischen Kompass. Dieser lässt sie jedoch im Stich, als sie sich dem menschlichen Tantai Jin gegenübersieht.

Sie weiß, dass er in der Zukunft  unzählige Leben auslöschen wird und nur seine Vernichtung die drei Welten vor dem Untergang bewahren kann.

Doch noch hat er keine dieser Untaten begangen. Der Gedanke, einen Unschuldigen zu richten, ist für Li Susu unerträglich und trotzdem brennt in ihr das Verlangen, Tantai Jin für seine Untaten zu bestrafen.

Dieser tiefe Konflikt macht Li Susu zu einer der interessantesten Protagonistinnen, die mir bis jetzt begegnet ist.


Tantai Jin ist einer der besten Charaktere seit Hannibal Lecter. Er kann nicht per se als Böse bezeichnet werden, obwohl seine Taten definitiv abgrundtief falsch sind. Die Moralvorstellungen der Menschen, der Unsterblichen und selbst die der Dämonen sind ihm fremd und bedeuten nichts in seinen Augen. Um zu überleben, hat er sich in seiner menschlichen Form an die jeweiligen Gepflogenheiten angepasst und die Verhaltensweisen von Menschen mit Ansehen oder Macht imitiert - aber dies hat ihm nie etwas bedeutet.

Einzig Li Susu (für ihn Ye Xiwu) konnte ihn zu menschlichen Regungen bewegen - was ihn meist nur noch mehr irritiert hat und für Li Susu regelmäßig zu lebensbedrohlichen Situationen führte. Die Doppelmoral der Unsterblichen und Menschen tut ihr Übriges und irgendwann ertappt man sich dabei, Tantai Jins Handlungen und mögen sie noch so grausam sein, zu befürworten.


Im Gegensatz zu seinem C-Drama (Chinesische TV-Drama) Pendent ist der ursprüngliche Tantai Jin absolut unberechenbar und scheint völlig gefühlskalt zu sein - ICH LIEBE ES!

Weltaufbau:

Wie in vielen chinesischen Erzählungen gibt es auch hier drei Welten: die der Menschen, der Unsterblichen und Göttern mit ihren Sekten und die der Dämonen. Dämonen und Unsterbliche/Götter sind in der Lage, magische Fähigkeiten und Gegenstände zu nutzen.

Für alle, die noch nicht so viele Berührungspunkte mit diesen Welten hatten, gibt es im Buch sowohl ein Glossar, als auch eine Karte mit Erklärungen zu den Charakteren und ihrem Zusammenwirken.

Gestaltung:

Das Cover und die Illustrationen sind einfach so atemberaubend, dass man sie einfach nur sprachlos anstarren kann. Was @taemintbonbon da geschaffen hat, würde selbst den Dämonengott Tantai Jin zufrieden stellen! Neben einer wunderschönen Charakterkarte gibt es im Buch mehrere Illustrationen, die die Stimmung der jeweiligen Szenen perfekt einfangen.

Fazit:

Endlich mal ein RICHTIGES Enemies to Lovers, bei dem die Konsequenzen einer jeden Fehlentscheidung unserer Protagonistin tatsächlich das Ende der Welt bedeuten können. Obwohl ich die komplette Geschichte bereits kenne (in der C-Drama-Abwandlung) habe ich mehrfach den Atem angehalten, weil es so spannend geworden ist! Eines meiner absoluten Herzensbüchern und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

Ich empfehle dieses Buch jeder Person  (ab 16 Jahren), die in neue Welten eintauchen und mit ansehen möchte, wie ihr eigener moralischer Kompass ins Schwanken gerät.


Für Till the End of the Moon - Verdorbenes Herz vergebe ich die GOLDENE MOTTE.


 
 
 

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